
Der Bräunungsvorgang: Selbstbräuner vs. Sonnenlicht
Das Farbpigment, das für die natürliche Bräunung der Haut verantwortlich ist, das so genannte Melanin, kommt beim Menschen vor allem in zwei Varianten vor - dem braun-schwarzen Eumelanin und dem gelblich-roten Phäomelanin. Das Verhältnis dieser beiden Melanintypen ist mitbestimmend für den Hauttyp eines Menschen und bewirkt ebenfalls die Färbung der Haare und der Augen.Melanine entstehen durch enzymatische Oxidation des Tyrosins in den Melanocyten der Basalzellschicht der Haut. Die Bildung wird durch die UV-Strahlung angeregt. Die mit Melanin pigmentierten Zellen wandern innerhalb weniger Tage an die Hautoberfläche und geben der Haut ihre Bräune. In der Regel hat die Melaninproduktion nach etwa drei Wochen ihr Maximum erreicht.
Melanine sind in der Lage, fast die gesamte Strahlungsenergie in Wärme umzuwandeln und sind daher ein effektiver UV-Schutz. Der Bräunungsprozess ist im Prinzip ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers vor UV-Strahlen
Dieser natürliche Sonnenschutz ist deshalb so wichtig, weil UV-Strahlen das Erbmaterial schädigen und Hautkrebs verursachen können.
Das bedeutet, bei stark gebräunter Haut kann man auch Sonnencreme mit etwas geringerem Lichtschutzfaktor anwenden. (Gänzlich auf Sonnenschutz zu verzichten sollte man allerdings dennoch nicht.)
Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, durch Selbstbräuner vorgebräunte Haut würde ebenfalls vor Sonnenbrand geschützt sein. Mit Selbstbräuner vorbehandelte Haut vermittelt keinen Schutz vor UVB-Strahlen und nur einen geringen Schutz vor UVA-Strahlen (etwa Faktor 6).
Was passiert beim Selbstbräuner?
Fast alle Selbstbräuner enthalten das einfach gebaute Kohlenhydrat DHA (Dixydroxyaceton, Glyceron). Die Verfärbung der Haut kommt durch die Reaktion von DHA mit den Proteinen und Aminosäuren der oberen Hautschicht zustande. Die durch dieses so genannte Maillard Reaktion entstandenen Melanoidine sind auch in vielen durch erhitzen hergestellten Lebensmitteln wie Brot, Bier und Kaffee enthalten. Auch gebratenes Fleisch erhält durch diese Reaktion seine braune Farbe.Die Färbung dieser oberen Hautschichten hält einige Tage an, dann wird die alte Hornhaut abgestoßen und durch neue ersetzt, so dass die DHA-Bräune langsam verblasst.
Da die Hornhautschicht an unterschiedlichen Stellen des Körpers unterschiedlich dick ist, kann es zu ungleichmäßigen Färbungen an Hornhautreichen Stellen (z.B. am Ellenbogen) kommen
Zufriedenstellende Ergebnisse lassen sich jedoch mit einiger Übung erzielen. Lesen Sie dazu auch den Abschnitt: Anwendung von Selbstbräuner